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Xolotl & Mictlantecuhtli

Von 1rhb - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49230788Xolotl & Mictlantecuhtli Von 1rhb - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49230788

Xolotl, der Gott des Lebens und des Todes, der Herr des Abendsterns und damit der dunklen Seite der Venus, wurde von anderen Göttern beauftragt, die Knochen der Verstorbenen vom Mictlantecuhtli, Herrn  des Totenreiches Mictlan, zu holen. Diese werden für die Erschaffung der neuen Generation der Menschheit benötigt. Aber Mictlantecuhtli lehnte es ab. Dann verwandelte der Xolotl sich in einen Hund und stahl den größten Knochen. Leider fiel der Knochen und zerbrach. Dann sammelten die Götter die Bruchstücke in ein Gefäß und gossen jeweils einen Bluttropfen zusammen. Aus dieser Mischung entstand dann die Menschheit…

 

 

Herkunft und Geschichtliches

 

Xoloitzcuintle (kurz Xolo)  ist der Name einer mexikanischen haarlosen Hunderasse und bedeutet soviel wie „Hund des Gottes Xolotl“. Die Rasse war schon in der vorkolumbianischen Zeit bekannt. Die Namensverwandtschaft Xolotls mit der Hunderasse verweist auf die mythologische Vorstellung der Azteken, dass jeder Verstorbene bei seinem Weg ins Jenenseits von einem Hund dieser Rasse begleitet wurde. In Mittelamerika findet man oft gemeinsame Grabstätten von Mensch und Hund, in der Xolo-Statuen aus Ton oder Keramik als obligatorisches Attribut vorhanden waren. Trotz der wichtigen Stellung der Hunde innerhalb des spirituellen Weltbilds der Azteken, diente sein Fleisch vielen Völkern des vorspanischen Mittelamerikas auch als Nahrungsquelle. 

 

Historiker behaupten, dass die Xolos mehr als 8000 Jahren in Mittelamerika lebten. Die Frage ist, warum verloren sie ihr Fell?  Womöglich damit im heißen Klima Mittelamerikas sich keine Parasiten im Fell einnisten konnten. Auf jedem Fall wurde die Nackheit zum Vorteil und die erstaunlichen Tiere existierten seit Tausenden von Jahren, trotz allem die Schwierigkeiten, die auf ihr Los fielen.

 

Die Indianer glaubten, dass Nackthunde wundersame Heilkräfte besitzen würden, womit sie Zahnschmerzen oder Rheuma sowie andere Schmerzarten lindern konnten. Als Gastgeber boten Indianer   zwei „Betthunde“ ihren Gästen an, welche nicht nur als Wärmeflaschen dienten, sondern während des Schlafes heilten, in dem sie den Schmerz vom Gast auf sich nahmen.

 

Eifrige spanische Katholiken, die das Aztekenland eroberten, waren nicht nur wegeschen- sondern auch wegen der Hundeopfer entsetzt. Somit verboten sie nicht nur die Hundeopfer sondern auch diese zu verzehren. Später wurden die Xolos als Gegenstand des heidnischen Kults im Zusammenhang mit der erzwungenen Konvertierung zum Christentum ausgerottet. Somit war die Rasse am Rande des Aussterbens gewesen.

 

Im Jahr 1954, Oberst Norman Wright, der die "Geschichte der Xoloitzcuintle" schrieb, und seine wenigen Anhänger hatten begonnen die alte Rasse zu retten. Dafür reisten sie in die Tiefen Mexikos,  in die vergessenen indianischen Dörfer, wo sie dutzend Hunde kauften. Innerhalb kurzer Zeit, im Jahr 1956 gelang es ihnen, die offizielle Anerkennung als Xoloitzcuintle zu erhalten. Heute sind ein paar tausende Hunden dieser einzigartigen Rasse in Mexiko registriert. Auch werden sie in anderen Ländern gezüchtet, aber zum Glück nicht mehr für Opfer oder als Nahrung.